1933
Fiona Liewehr

Ramesch Daha wählt als Ausgangspunkt ihrer Arbeiten häufig die Geschichte ihrer iranisch-österreichischen Familie, die 1978 vor der iranischen Revolution und dem damit einhergehenden erstarkten Fundamentalismus in die Heimatstadt ihrer Mutter, Wien, geflohen ist. Für „Gold gab ich für Eisen“ begibt sich die Künstlerin zum ersten Mal auf die Spuren ihrer österreichischen Wurzeln. Im Familienarchiv ist sie auf einen eisernen Ring ihrer Ururgroßmutter gestoßen, der die Gravur "Gold gab ich für Eisen, 1914" trägt. In einer professionell aufgezogenen Propagandaaktion wurde damals die Bevölkerung aufgerufen, Gold und Schmuck für die Kriegsfinanzierung zu spenden und erhielt im Austausch dazu Eisenschmuck oder Medaillen, um sich offen als Patrioten auszuweisen. Daha stellt die Ringe und Medaillen einer großformatig gemalten Landkarte von den geplanten Feldzügen gegen Russland und Kohlefrottagen von Kriegsdokumenten gegenüber. Es geht ihr dabei weniger um eine Stringenz in der Narration oder den Versuch einer chronologisch lückenlosen, geschichtswissenschaftlichen Darstellung der Ereignisse im Ersten Weltkrieg. Vielmehr entsteht im bewussten Nebeneinander von künstlerischen Medien und Inhalten eine subjektive (Be-)Deutungscollage, die das kritische Bewusstsein dafür schärfen soll, dass Geschichte nicht nach eindimensionalen, objektiven Kriterien definiert werden kann.


Gold gab ich für Eisen

Installation, Mixed Media, Größe variabel

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